Skagboys – Irvine Welsh

Renton, Sick Boy, Spud und Begbie: Die abgefuckteste Junk-Crew der Literatur-Geschichte ist zurück. Und Irvine Welsh hat ihnen mit Skagboys ein Denkmal gesetzt.

Das Prequel zu Trainspotting und Porno ist ein Epos. 800 Seiten dick, voll von aberwitzigen – aber auch ziemlich miesen Geschichten.

Viel sei nicht verraten, außer das wahre Leckerbissen der Drogenliteratur auf den geneigten Lesern warten. Von spontanem Analsex im Park über Drogenschmuggeleien auf Touristenschiffen bis zu Raubzügen in eine Chemiefabrik ist hier alles dabei, was richtig Laune macht.

Auch die Reha und die Tragik des maßlosen Drogenkonsums führt Welsh dem Leser vor Augen. Und spätestens nach dem toten Fötus im Fahrstuhlschacht merkt man: So lustig ist das alles gar nicht.

Dennoch hat der Roman für mich zwei Schwächen. Die Episoden mit Allison, der einzigen weiblichen Figur, die selbst zu Wort kommt, sind für die Gesamtgeschichte überflüssig. Das hätte sich Welsh sparen können.

Außerdem war für mich nicht nachvollziehbar, wie Renton von der Sucht gepackt wird und sein geordnetes Leben hinschmeißt. Unzufriedenheit mit der Gesellschaft und der eigenen Situation kann es nicht sein. Es passiert scheinbar einfach so; die Sucht übermannt ihn und wirft ihn aus der Bahn – ohne dass er sich dessen vollends bewusst ist bzw. es ihm egal scheint.

Aber vielleicht hat Welsh damit auch nur zeigen wollen, wie gefährlich Heroin wirklich ist. Es schleicht sich harmlos an dich heran, gaukelt dir vor, du hättest die Kontrolle über dein Leben. Und dann, ohne es wirklich zu begreifen, bist du schon ein Anderer.

 

 

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